Besondere Portraitfotos brauchen Zeit

Portraitfotos Mechtild

Neulich kam Mechtild mit einem besonderen Anliegen auf mich zu. Als Künstlerin benötigte sie einige Portraitfotos von sich. Keine ungewöhnliche Sache. Nur Mechtild hatte, wie viele Menschen, kein gutes Gefühl bei der Sache. Es fiel ihr zu Beginn nicht leicht, sich fotografieren zu lassen. Genau wie Mechtild haben ganz viele Menschen große Hemmungen, sich vor der Kamera so zu zeigen, wie sie wirklich sind. Ein Großteil der Bevölkerung findet sich schlicht unfotogen. Für Portraitfotografen ist das natürlich eine ganz  besondere Herausforderung. Mit teuren Kameras und Beleuchtungsequipment lässt sich dieses Problem nicht lösen. Es ist wie bei einem guten Koch. Nicht die neuesten, sündhaft teuren und super coolen Töpfe sind für ein außergewöhnliches Ergebnis, besser gesagt Erlebnis, entscheident. Viel mehr ist es seine Erfahrung, die aus einem Menü ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis werden lässt. Und Zeit. Also haben wir zunächst darüber gesprochen, wie die gewünschten Bilder aussehen sollten. Dabei haben wir schon die ersten Fotos erstellt. Mir war klar, dass diese Portraitfotos nicht zu gebrauchen sind. Sie waren nur dazu da, das Eis zu brechen. Nach knapp einer Stunde legte sich dann plötzlich der Schalter um und Mechtild wurde zusehends lockerer, ja richtig enthusiastisch. Jetzt war genau die Zeit für richtig gute Portraitfotos gekommen. Leider mussten wir nach fast drei Stunden das Shooting beenden, weil wir beide noch Termine hatten. Wir waren derart im Flow, dass wir noch gut und gerne die ein oder andere Stunde hätten dranhängen können. Kleiner Trost: Mechtild will unbedingt ein weiteres Shooting buchen.

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